Rijeka

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und dann damals im märz, da konnte man vom balkon im 11. stock aus den hafen sehen und eine stadt, die für die touristen immer nur auf dem weg liegt und es regnete manchmal und die menschen versteckten sich unter schirmen und wir spielten stadtlandfluss und morgens saß eine afrikanische familie und zwei chinesen mit uns alleine im frühstückssalon dieses hotels und wir musterten uns alle gegenseitig und die frage „warum seid ihr hier“ hing so laut in der luft, dass es schon lächerlich war sie zu stellen und deswegen stellte man sie nicht. dass das ganz schön schade ist so im nachhinein, das dachte ich oft, so zum beispiel an dem vorletzten abend in eben dieser stadt in der eine torpedofabrik steht, die einmal die einzige auf der welt war. da waren wir essen und zwei tische weiter fotografierten zwei fotografen teller mit sehr wenig essen, dazu standen sie auf stühlen und draussen rauschte ein bach vorbei, direkt ins meer machte er das. wir aßen lokale spezialitäten, wir tranken wein und den wir einen sommer zuvor getrunken hatten, als soviel noch eine möglichkeit war und dann schlenderten wir nachhause, dieses wort wähle ich mit bedacht, in dieses einsame hotel in dieses einsame stockwerk, viel zu weit oben. und morgens regnete es schon wieder und die menschen liefen wieder versteckt die treppen hinunter und ich sagte „schau“ und machte dieses foto. vielleicht war es auch andersrum.

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