KSEVT und ein Mann der sich Noordung nannte

Alle zwei Monate machen sich zwei Kosmonauten auf den Weg von Moskau in ein kleines verschlafenes Dorf in Slowenien um einen Weltraumanzug zu putzen. Der hängt dort nämlich in einem Gebäude das rund und schief ist, das einfach so in einem kleinen Ort am Ende der Karawanken steht. Der hängt da seit September und macht das noch einige Monate, dann kommen die Russen ein weiteres Mal und nehmen ihn mit, weil es ins All gehen soll und solche Anzüge so teuer sind, dass man sie nicht einfach einem Museum schenken kann, nur leihen, ja das geht, wenn gut darauf acht gegeben wird, wenn es in Ordnung ist, dass zwei Männer alle 60 Tage mit Schrubber und Lösungsmittel dastehen, den Anzug abhängen, ihn in einen kleinen verglasten Raum tragen und ihn solange reinigen, bis die letzten Spuren der vorangegangen Monate beseitigt sind. Die Kosmonauten gehen danach über die Straße, dort gibt es ein Haus in dem ein Zimmer für sie hergerichtet wurde, sie machen lustige Witze und geben den Wodka den sie ein jedesmal mitnehmen in die Runde, die aus anderen Leuten besteht, die noch öfters an diesen Ort kommen, in dem einmal eine Frau geboren wurde, die einen Namen wie eine Katze hatte und später Mutter eines Sohnes wurde, der auf den Namen Herman „Noordung“ Potočnik hörte, sich für das All interessierte und die erste Weltraumstation entworfen hat, aber bereits starb, als die erste Reise ins Weltall noch vielmehr wie ein Hirngespinst klang, als wie etwas, das tatsächlich einmal stattfinden könnte.

Das war nun ein sehr langer Satz.
Was ich eigentlich nur sagen möchte: Es gibt einen Ort in Slowenien, der heißt Vitanje. Es gab einen Mann, der hieß Herman Potočnik. Und als der Mann noch Kind war, da spielte er öfters auf den Wiesen, die ein Jahrhundert später ein Gebäude umranden, das nach seinem Entwurf für eine Raumstation gebaut wurde, die es so dann nie gab.
Das Gebäude nennt sich KSEVT – www.ksevt.eu – und es eignet sich hervorragend für Besuche an verschneiten Märztagen, bestimmt aber auch für solche an sonnigen Julitagen oder welche dazwischen. Es hängen dort Bilder und Skizzen und Anzüge, es arbeiten dort Menschen, die sich wirklich über Besucher freuen. Das machen bestimmt auch die zwei Kosmonauten, die bereits nächste Woche wieder ihre Sachen packen um das Gebäude, das zur Erinnerung an einen Weltraumtheoretiker gebaut wurde, wieder aufzusuchen. Wegen dem Anzug machen sie das. Aber das habe ich bereits erwähnt.

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