Anna is awesome

das ist jetzt auch gerade reise. das ist jetzt auch gerade ein zug in dem ich sitze und anna singt. Draussen verschlafene Häuser, Wälder ohne Blätter, zwei Autos, beide rot, vereinzelte Flecken Schnee, schmutzig und kleiner werden, da: ein Reh. Und Anna singt.

Anna singt oft für mich. Auf dem Weg vom Büro nach Hause oder beim Kartoffeln schneiden in der Küche oder leise im Hintergrund, während ich auf der Fensterbank sitzend ein Telefonat über mich ergehen lasse macht sie das. Sie singt dann lauter Sätze, die Wahrheiten sind für mich.

Without you I’m not only ok, I’m alright. Ist einer davon. THERE’S A CERTAIN CONCENTRATION OF FREEDOM BETWEEN STATIONS ein anderer. Oder dieser hier: WE THOUGHT TIME WILL STOP JUST BECAUSE WE’RE HOLDING HANDS.

Manchmal ist Annas Stimme die erste die ich am Morgen höre, verdutzt, dass es schon wieder ein neuer Tag ist, mitten in den zu großen weißen Laken erklingt dann ihre Stimme zum Beispiel so ‚AND I WOKE UP EVERY MORNING NOT KNOWING WHERE I WAS AND IF THE WHITE OUTSIDE WAS SNOW OR SALT OR PAINTED ON THE GLASS.‘ Und ich denke mir, ja so ist das wohl und während ich dabei langsam wach werde, beginnt ein Tag voller Sehnsucht, aber keiner traurigen sondern einer wohligen, einer die man gerne zu Gast hat und der man abends dann verspricht, dass man sie bald wieder zulassen wird und ihr vielleicht auch nachgeben wird, noch ein paar Wochen, noch ein paar Monate, noch eine Jahreszeit, vielleicht noch ein paar Tage länger.

Die Musik von Squalloscope ist eine, die einen Flüge buchen lässt, die einen mit dem Finger über die Landkarte fahren lässt, über die an der Wand und über die eigene, hineingekritzelt in ein Buch und die Musik von Squalloscope ist eine die einen aufbrechen lässt, ein wenig furchtloser als zuvor und wenn ich das und was sie noch alles ist zu einem Wort zusammenfassen müsste, dann würde ich vermutlich keines finden, aber falls doch, dann wäre es eines das etwas tröstliches ausdrückt. Und dafür muss man Anna einfach einmal danken, das muss man wirklich sehr.

Ich weiß noch, als Anna und ich darüber sprachen, wie gut dieses eine Monat USA, dieses eine Monat in verschiedenen Zügen und Bussen und Städten und Armen für sie sein wird und ich weiß noch, wie alles was sie dann mitteilte aus diesen Landschaften genauso richtig klang, wie ich es ihr gewünscht hatte. Und dann als sie wieder da war, da saßen wir einmal in einem Café und alles was sie erzählte war noch soviel besser als jemals gedacht.

Dieses Album, das es jetzt endlich gibt ist ein Zeugnis davon. Aber es erzählt nicht nur von dieser Anna in diesen Zügen, es erzählt viel von Abschieden und Neuanfängen. Und ich, die ich eben auch gerade in einem Zug sitze, aber ohne den weiten des amerikanischen Nirgendwo vor dem Fenster, sondern der oberösterreichischen Tristesse, wie es sie glaube ich nur an Sonntagen im späten Februar geben kann, ich höre ihr zu und ich nicke oft im Geheimen und wünschte mir, es wäre möglich, die Lieder in kleine Beutel zu packen, die man sich in die Jackentaschen stopft und beim Suchen nach dem Schlüssel zufällig findet, sie aufmacht und dann wieder weiß, dass eigentlich alles in Ordnung ist.

listen. look. read. buy. love. now. : http://www.squalloscope.com

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