Vielleicht im Dunkeln

Ich weiß, wie all das funktioniert. Ich ziehe mein grünes Kleid an und trinke den Kaffee mit wenig Milch. Ich nicke bei den richtigen Wörtern und füttere später den Fuchs im Hinterhof. Rohes Fleisch isst er am liebsten, auch das habe ich nicht vergessen. Zwei Minuten zu lange werde ich ihm dabei zusehen, dann aufblicken und zurück in das Haus gehen. Mein Kleid über die Schultern gleiten lassen und schlafen, als wäre nichts geschehen. Draussen ist Krieg, die Tassen klappern in den Glasschränken, die Autos ertrinken in den Schlaglöchern. In meinem Kopf wachsen die Fabriken, sie tackern nachts, wenn ich wieder munter werde, sie rasseln und stampfen die Plaketten flach.

Aus meinem Mund kommt nur Schall, wellenförmig und viel zu leise. Ich habe vergessen meine Strümpfe auszuziehen, sie haben Kaffeeflecken davon getragen, mein Bauch ist rund vor lauter Milch. Milch, die ich trank, in jenem grünen Kleid, an jenem Tisch, mit Freunden und freundlichen Fremden. Auf dem Boden standen fest meine Füße, zu einer geometrischen Form verwachsen, die nie jemand sieht, außer mir.

Küss mich hier und hier und hier und hier und hier, hier nicht und hier, ja hier, vielleicht.

Ein Gedanke zu “Vielleicht im Dunkeln

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