Einfach so August

Es ist einfach so August geworden.  Man trinkt viel Kaffee und schaut aus dem Fenster. Am Samstag regnete es und es stürmte und die Fensterläden klapperten in der Nacht und am Montag lehrt man seinen Schülern das Wort „herbstlich“ und alle nicken.

Im Büro gegenüber sind die Menschen schon da, wenn man morgens aufwacht und sie gehen selten vor sieben Uhr abends. Sie tragen Anzüge und knielange Röcke, manchmal stehen sie am Fenster, immer tun sie das alleine und blicken auf die Straße. Auf die Straße, auf der abends kurz vor zehn ein Junge ein Mädchen küsst. Er hält dabei ihren Kopf in seinen Händen und danach sagt sie etwas, in einer Sprache die man nicht versteht, aber in einer Lautstärke, die die Wände der umliegenden Häuser hochklettert, hinein in die Wohnzimmer und herum um die Sessel und die Sofas, wo Menschen sitzen, die Kaffee trinken und wissen, dass es dafür eigentlich schon zu spät ist.

Der Satz und die Lautstärke, der Junge und das Mädchen, die Straße und der Kuss. Die Tasse in der Hand und der Wunsch, dass all das wahr ist und wahr bleibt, nicht nur in diesem herbstlichen August, in dem die Menschen immer noch in Donau springen, als wüssten sie nicht Bescheid.

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